Ernst-Barlach-Haus

EWALD MATARÉ, »Nichts ohne Natur«. Tierplastiken, Ernst-Barlach-Haus

Der Bildhauer Ewald Mataré (1887–1965) beginnt seine Laufbahn als Maler in Berlin. Ein Aufenthalt auf der Nordseeinsel Wangerooge im Sommer 1920 bringt einen entscheidenden Richtungswechsel: Mehr als einhundert Holzschnitte entstehen, und über das Experimentieren mit angeschwemmten Fundhölzern gelangt Mataré zur Bildhauerei. Auf diesem Gebiet wird er zu einer der prägenden Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts in Deutschland.

Wie zuvor im Holzschnitt werden auch in der Plastik Tiere Matarés zentrales Thema und Motiv. Vor allem aus der direkten Beobachtung von Kühen destilliert Mataré die für ihn typischen zeichenhaft abstrahierten Skulpturen – stets aufs Neue sucht der Künstler nach Formen für »Wesen« und »Essenz«. Ein besonderer Reiz seiner oft kleinformatigen Objekte geht von der sorgsamen Oberflächenbearbeitung so unterschiedlicher Materialien wie Zink, Bronze, Silber, Nussbaum- oder Ebenholz aus.

Dass Matarés elegant stilisierende Formensprache nationalsozialistische Verfemung nicht nur überdauert, sondern in der jungen Bundesrepublik nachhaltige Wirkung entfalten kann, liegt auch an einer erfolgreichen Lehrtätigkeit an der Düsseldorfer Kunstakademie. Bereits 1932 dorthin berufen, im Folgejahr als »entartet« entlassen, wird Mataré 1946 erneut Professor für Bildhauerei; zu seinen Schülern zählen Erwin Heerich, Joseph Beuys und Günter Haese.

Die gemeinsam mit dem Kunsthaus Dahlem in Berlin und dem Museum Lothar Fischer in Neumarkt in der Oberpfalz realisierte Ausstellung zeigt rund 70 plastische Werke und Arbeiten auf Papier aus dem Museum Kurhaus Kleve – kleine Kostbarkeiten von großer Ausdruckskraft.

21. Juni – 11. Oktober 2026

ERNST BARLACH HAUS
STIFTUNG HERMANN F. REEMTSMA
Jenischpark
Baron-Voght-Straße 50A
22609 Hamburg

https://www.barlach-haus.de

PM: (c) Ernst-Barlach-Haus
Foto: Ewald Mataré: Kuh-Ornament, um 1947,
Aquarell und Deckfarben über Bleistift,
Museum Kurhaus Kleve – Ewald Mataré-Sammlung, Kleve
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026; Foto: Annegret Gossens

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